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Jakob Bengel - Idar Oberstein

Ketten und Colliers der 30er Jahre aus verchromtem oder vernickeltem Messing und Galalith der deutschen Firma Jakob Bengel sind selten und werden weltweit gesammelt.

Die im Jahr 1873 zur Produktion von Uhrketten gegründete Ketten- und Bijouteriewarenfabrik Jakob Bengel in Idar-Oberstein setzte schon sehr früh auf die Umstellung der Kettenproduktion von handwerklicher Herstellung auf Maschinenfertigung und konnte so große Stückzahlen produzieren. Da auch Uhrenketten für Damen produziert wurden, bot sich die zusätzliche Produktion von Schmuckketten an. Die 30er Jahre stehen für eine kurze Epoche, in der die Firma Bengel einen fantastischen, von Ideen des Bauhauses beeinflussten Modeschmuck herstellte. Dies war durch verschiedene Faktoren möglich geworden. Zum einen durch die relativ neue technische Möglichkeit, Messing zu verchromen und zu vernickeln, zum anderen durch die Entwicklung des neue Materials Galalith − eines Casein-Kunststoffes, der sich in vielen Farben herstellen ließ − sowie das Zusammentreffen  mit einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, in der sich Frauen einschränken mussten, jedoch nicht auf ihre persönliche Note verzichten mochten.

Das Musterbuch der Jahre 1932/33 zeigt sehr deutlich, dass ein Muster durch unterschiedliche  Kombination der einzelnen Elemente in den verschiedensten Variationen hergestellt wurde. Immer wieder wurden trapezförmige, dreieckige oder vieleckige Galalithelemente in Verbindung mit Metallplatten gleicher Form als Mittelstück einer Kette verwendet. Auch Halbkreise oder Kugeln aus Galalith finden sich häufig als gestaltendes Element. Besonders auffällig sind die so genannten „Mauerwerk“-Ketten oder -armbänder,  die nur in Ausnahmefällen auch aus Kombination mit Galalithelementen bestehen. Die einzelnen flachen Metallglieder werden so zusammengestellt, dass sie eine Mauerwerkstruktur ergeben. Die Metallglieder wurden teils ein- oder mehrfarbig lackiert.

Die Ketten, Armbänder, Armreifen und Broschen sind nie gestempelt, da sie markenneutral größtenteils an Großhändler gingen und daher oft nicht der Firma Jakob Bengel zuzuordnen sind. Angehängte Fadenetiketten nicht in Gebrauch genommener Stücke sind im Laufe der Jahre natürlich auch verloren gegangen.
Die Schmuckstücke aus Metall und Galalith wurden bis zum Ausbruch des Krieges produziert, danach musste auf die Verwendung zu Schmuckzwecken verzichtet werden, da das Material wegen seiner isolierenden und mechanischen Eigenschaften von der Kriegsindustrie gebraucht wurde. Etwas anders verhielt es sich mit den „Mauerwerksketten“, die bis in die 40er Jahre hinein produziert wurden. Nach dem Krieg konnte an die vorherige Produktion nicht mehr angeknüpft werden, da zum einen ein Rohstoffmangel herrschte und zum anderen die Besatzung die Maschinen demontiert hatte.

Der Schmuck der Firma Jakob Bengel geriet nach dem Krieg in Vergessenheit und wurde erst in den letzten 20 Jahren von Sammlern wieder entdeckt. Die im Jahre 2002 in Idar-Oberstein gezeigte Ausstellung sowie der begleitende Katalog haben Schmuckträgerinnen und Sammler aus aller Welt auf Ketten, Armreifen und Broschen aus Metall und Galalith aufmerksam gemacht. Die klaren Farben und die strengen sachlichen Formen machen die Stücke von Jakob Bengel heute zu einem zeitgemäßen und vielfältig tragbaren Schmuck.

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